Die Filmische Initiative entwickelt seit 2024 das Kollektivfilmvorhaben Ost:Deutsch:Land (AT). Das zentrale Motiv dieser vielstimmigen filmischen Erkundung ist die Brache: ein Stück Land, auf dem früher gebaut, gewohnt oder gearbeitet wurde und das nun leersteht. Die Brache ist sowohl topografische Realität als auch Projektionsfläche und somit ein umkämpfter Ort: Akteur:innen aus Politik, Immobilienwirtschaft, Kunstszene, Subkultur ringen gleichermaßen um die freie Fläche - wem gehört sie und wer darf sie besetzen?

Ausgehend von konkreten Ortslücken wie dem Leipziger Jahrtausendfeld, der «Intel-Brache» bei Magdeburg oder der Baulücke, die der Abriss des Hauses von Schriftsteller Wolfgang Hilbig in Meuselwitz hinterließ, verbindet der Film dokumentarische und fiktionale Episoden zu einer Erkundung ostdeutscher Gegenwart. Die Erzählweise ist essayistisch, multiperspektivisch, subjektiv. Unsere Gruppe – selbst heterogen- aus Stadt und Land, Ost und West – spiegelt sich im filmischen Material.

Unser Blick richtet sich auf tagesaktuelles Geschehen, aber auch auf die Vergangenheit, die DDR- Zeit und die Zukunft. Es gibt kein einheitliches Bild der Situation und wir wollen so ein Bild auch nicht erzeugen. Mittels der Montage von Ton, Text und Bild sollen Sinn- und Bedeutungsbezüge hergestellt werden, die den bruchstückhaften Charakter der Gegenwart spiegeln.

Die daraus entstehende Videoarbeit soll sich an ein breites Publikum richten, das offen für hybride Erzählformen ist – im Kino, auf Festivals und medienpädagogischen Kontexten.